Herzlich Willkommen bei tierdach.de. tierlobby.de launched in 2000, refreshed in 2018. schließen

Afrikanische Nashörner sind Bewohner trockener Steppengebiete – asiatische Arten lieben feuchtere Lebensräume. Das Java- und das Sumatranashorn sind Regenwaldbewohner – das Panzernashorn bevorzugt die Überschwemmungs-Gebiete der großen Ströme des indischen Subkontinents, des Indus, des Ganges und des Brahmaputra.

Auf dieser Seite: ● AussehenVerschiedene NashornartenHörner auf NasenDas PanzernashornKommunikationPaarung und FortpflanzungEntwicklungGefährdung und SchutzRote ListeLinktippsRhinos in der Kunst

Nashörner gehören innerhalb der Ordnung zu den Unpaarhufern (Perissodactyla), einer relativ kleinen Gruppe von Tieren, zu der man ansonsten nur noch Pferdeartige und Tapire zählt. Zu den Nashörnern zählen nur 5 Arten.

In Afrika leben zwei Nashornarten – das Breitmaulnashorn und das Spitzmaulnashorn, während in Asien drei Arten vorkommen – neben dem Panzernashorn die beiden Inselarten Javanashorn und Sumatranashorn.

Aussehen

Alle Nashornarten besitzen verhältnismäßig kleine Augen, aber große, ausrichtbare Ohren. Ihr Hauptmerkmal sind die namensgebenden Kopfwaffen.

Die Haut des Panzernashorns ist durch Falten in einzelne Bereiche unterteilt, die wie Teile einer Panzerung wirken.

Bullen werden etwa 3,5 Meter lang und 2,2 Tonnen schwer. Kühe sind nur unwesentlich kleiner, aber weniger massig und bringen es daher „nur“ auf 1,7 Tonnen.

Verschiedene Nashornarten

Informationen bei Markus Kappeler

S. 1 S. 2 S. 3

Breitmaulnashorn

Link

Javanashorn

S. 1 S. 2

Sumatranashorn

Link

Panzernashorn

Link

Spitzmaulnashorn

Ceratotherium simum Rhinoceros sondaicus Dicerorhinus sumatrensis Rhinoceros unicornis Diceros bicornis

Abbildungen oben: Breitmaulnashorn, Panzernashorn, Spitzmaulnashorn: pixabay.
Javanashorn und Sumatranasnorn: Markus Kappeler.

Hörner auf Nasen

Das Hauptmerkmal bei „Nashörnern“ sind die namensgebenden Kopfwaffen.

Diese unterscheiden sich grundlegend von den Geweihen der Hirsche und den Hörnern der Rinderartingen, Antilopen und anderen Hornträgern.

Während die meisten anderen Nashornarten zwei Hörner besitzen, tragen Panzernashörner nur eines. Neben den hauerartigen Eckzähnen des Unterkiefers wird es in innerartlichen Auseinandersetzungen eingesetzt.

Mehr zu Hörnern und Geweihen

Das Panzernashorn

Panzernashörner sind Vegetarier, die sich vor allem von Gräsern ernähren. Besonders begehrt sind hohe, schilfartige Gräser. Außerdem werden Kräuter, Zweige und Wasserpflanzen gefressen.

Um Wasserpflanzen zu erreichen, tauchen die Tiere oft komplett unter. Ohnehin stehen sie gerne im Wasser und vor allem in tiefen Schlammsuhlen, aus denen dann oft nur noch das Horn und die Ohren herausragen.

Durch zünftige Tümpel- und Schlammbäder verschaffen sich Nashörner auch die notwendige Kühlung. Außerdem werden sie auf diese Weise vor Parasiten geschützt und entlasten durch den Auftrieb des Wassers ihre Gelenke.

Kommunikation

Selbst das Atmen in einem bestimmten Rhythmus hat eine kommunikative Bedeutung.

In die Suhlen wird auch Urin abgegeben, der den Tieren einen charakteristischen Geruch verleiht. Überall, wo sie gehen, hinterlassen sie Duftmarken und signalisieren damit bekannten und unbekannten Artgenossen ihre Anwesenheit. Obwohl Panzernashörner keine festen Gruppen bilden, finden sich an begehrten Plätzen immer wieder Ansammlungen von mehreren Tieren.

Das macht eine komplexe innerartliche Kommunikation nötig. Neben der geruchlichen Verständigung gibt es auch viele optische und akustische Signale. Selbst das Atmen in einem bestimmten Rhythmus hat eine kommunikative Bedeutung. Konflikte lassen sich auf diese Weise aber nicht immer regeln und so kommt es vor allem zwischen Bullen hin und wieder zu gefährlichen Beschädigungskämpfen, die mit dem Tod des Unterlegenen enden können.

Wenn Nashörner jung sind, spielen sie gern stundenlang mit ihrer Mutter oder gleichaltrigen. Dabei wedeln sie mit dem Schwanz und die Ohren flattern wir Propeller.

Paarung und Fortpflanzung

Auch beim Paarungsvorspiel ist das Kampfverhalten von zentraler Bedeutung.

Das Treiben des Bullen wird von der Kuh durch Scheinangriffe beantwortet. Obwohl dieses Verhalten spielerischen Charakter hat und zu einem Ritual gehört, kann es hierbei durchaus zu Verletzungen kommen.

Erst nach einigen Stunden sind die Tiere wirklich paarungsbereit. Die Paarung selbst kann sich dann wiederum über mehr als eine Stunde hinziehen.

Anschließend trennt sich das Paar, häufig bleibt der Bulle aber noch einige Tage in der näheren Umgebung der Kuh und verhindert so die Anwesenheit anderer Bullen.

Entwicklung

Nach einer sehr langen Tragzeit von 16 Monaten wird das Jungtier geboren. Es ist entsprechend weit entwickelt und wiegt bei der Geburt bereits 70 kg. Neben der Muttermilch nimmt es schon bald Pflanzennahrung auf.

Nashornkinder übernehmen viele Verhaltensweisen und Gewohnheiten ihrer Mütter, erkunden aber auch selbst sehr aktiv ihre Umwelt und reagieren ausgesprochen individuell auf sie.

So entwickeln die Kälber im Laufe der Zeit auch selbst viele Verhaltensweisen und Reaktionsmuster, anstatt sie von der Mutter zu lernen. Im Alter von 18 Monaten wird das junge Panzernashorn entwöhnt, bleibt aber noch bei der Mutter, die nach weiteren 18 Monaten das nächste Kalb gebären kann.

Die geringe Fortpflanzungsrate – alle drei Jahre ein Jungtier – geht einher mit einer hohen Lebenserwartung; Panzernashörner können ein Höchstalter von 40 Jahren erreichen.

Da Nashörner Einzelgänger sind, gibt es nicht, wie etwa bei den Elefanten, die schützende Gruppe. Erwachsene Tiere haben außer dem Menschen keine Feinde, die Jungtiere sind jedoch angreifbar, so dass die Mütter sehr wachsam und umsorgend sein müssen. Die Mutter-Kind-Bindungen bei Nashörnern sind sehr eng (bis das nächste Kind kommt).

Gefährdung und Schutz von Panzernashörnern

Während Panzernashörner früher in diesem Gebiet überall verbreitet waren, ist ihr heutiges Vorkommen auf Nationalparks in Nordostindien und Nepal beschränkt. Das starke Anwachsen der Bevölkerung Indiens und die damit verbundene Inanspruchnahme des Schwemmlandes für landwirtschaftliche Zwecke hat die großen, wehrhaften Tiere immer weiter zurückgedrängt.

Verantwortlich für den starken Bestandsrückgang waren die Trophäenjagd und der Aberglaube. Der Glaube an Wunderwirkungen, gewonnen aus Tieren, wurde auch schon dem Tiger zum Verhängnis.

Dennoch leben heute in den Schutzgebieten mit etwa 2.000 Tieren wieder erheblich mehr Panzernashörner als noch vor 100 Jahren im ursprünglichen Verbreitungsgebiet. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es nur noch etwas mehr als 100 Panzernashörner. Verantwortlich dafür waren die Trophäenjagd und der Aberglaube, dass sich mit Körperteilen der Nashörner, vor allem dem Horn, die verschiedensten heilenden und wundersamen Wirkungen erzielen ließen. 1910 wurde die Jagd auf Panzernashörner verboten. Dennoch fallen auch heute noch viele Tiere Wilderern zum Opfer, so dass das Panzernashorn, wie alle Nashornarten, nach wie vor zu den am stärksten bedrohten Tierarten gezählt werden muss.

Rote Liste

Der Bestand vieler Arten gilt als bedenklich. Folgende Arten werden in der Roten Liste für bedrohte Säugetiere der IUCN als gefährdet angesehen:

  • Nördliches Breitmaul-Nashorn
  • Sumatra-Nashorn
  • Java-Nashorn
  • Indisches Panzer-Nashorn

Quellennachweis ©2001 NatureCom

Linktipps

Rhinos in der Kunst

  • Höhlenkunst aus der Grotte Chauvet bei Vallon- Pont-d’Arc. In Chauvet sind auch, was eher selten ist für die Höhlenkunst, gefährliche Tiere abgebildet wie Höhlenlöwen, Höhlenbären oder Nashörner, Hyänen, Füchse und Wölfe.
  • Albrecht Dürer: The Rhinoceros, 1515. Woodcut. British Museum, London
  • Pietro Longhi: Das Rhinozeros, 1751, Öl auf Leinwand, 62 × 50 cm, Venedig, Ca‘ Rezzonico.
top

Abbildungen wenn nicht anders genannt: pixabay

Ähnliche Einträge