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Menschenaffen

Besonders in der Jugend sind sie menschenähnlich. Menschenaffen sind stammesgeschichtlich als Seitenzweig einer mit dem Menschen gemeinsamen Stammgruppe anzusehen.

Auf dieser Seite: ● Allgemeines ● Entwicklungsgeschichte

Halbaffen, Neuweltaffen, Altweltaffen, Menschenaffen und nicht zuletzt der Mensch werden von den Zoologen aufgrund ihrer Abstammung von gemeinsamen Vorfahren zur Tiergruppe der „Primaten“ zusammengefasst.

Anthropoiden [griechisch] Pongiden, Anthropomorphen, Anthropiden. Familie der Ordnung (Menschen-) Affen, Ordnung der Säugetiere

Rund 180 Arten von Primaten leben auf der Erde – vom winzigen, nur etwa 60 Gramm schweren Mausmaki bis hin zum mächtigen Gorilla, der ein Gewicht von bis zu 180 Kilogramm erreichen kann.

Das Leben im Urwald als Schwingkletterer bestimmt ihren Körperbau: Die Arme sind länger als die Beine, die Greiffüße mit entgegenstellbaren Daumen besitzen. Durch die Stellung der Augen und Ohren, die breite Wölbung der Brust, die Umlagerung von Herz und Lungen, die Andeutung einer S-förmig gekrümmten Wirbelsäule und andere Merkmale nähern sich die Menschenaffen dem Körperbau des Menschen. Der Schädel ist nach Alter und Geschlecht verschieden. Menschenähnlich sind die nackte Haut der Fußsohlen, Handteller, die vorderen Zehen- und Fingerglieder sowie die nur mit feinen, kurzen Härchen besetzte Gesichtshaut.

Die Menschenaffen sind hauptsächlich Pflanzenfresser. Kennzeichnend ist die Gewohnheit, Schlafnester anzulegen. In Asien (Borneo, Sumatra) ist der Orang-Utan beheimatet. in Afrika leben Schimpanse und Gorilla, auch die Gibbons gehören zu den Menschenaffen. Mehrere ausgestorbene Menschenaffen-Arten lebten in der Tertiärzeit. Manchmal wird auch der Bonobo zu den Primaten gezählt.

Entwicklungsgeschichte

Von Halbaffen, „ganzen“ Affen und Menschenaffen

Vielen Dank an Markus Kappeler für die Genehmigung, Teile seiner Publikationen bei tierdach.de zu verwenden. © 1990 Markus Kappeler / SZU-WWF

Die verschiedenen Primatenarten haben im Laufe ihrer Stammesgeschichte recht unterschiedliche Lebensräume besiedelt und dabei vielfältige Anpassungen an ihre Umgebung entwickelt. Trotzdem ist es ihnen – im Gegensatz etwa zu den Raubtieren oder Nagetieren – nicht gelungen, die ganze Welt zu erobern. Sie sind fast ausnahmslos an die tropischen und subtropischen Regionen unseres Planeten gebunden.

Die Menschenaffen sind in ihrer Verbreitung sogar auf die Alte Welt beschränkt. Eine große Ausnahme von dieser Regel bildet natürlich der Mensch. Gegen Ende der Kreidezeit, vor ungefähr 65 Millionen Jahren, als die große Ära der Reptilien zu Ende ging, nahmen die damals noch durchwegs kleinen, erdbewohnenden Säugetiere an Zahl und Größe stark zu.

Bald entstand ein harter Konkurrenzkampf unter ihnen, was einige von ihnen veranlasste, in die Höhe auszuweichen: Sie begannen, sich auf die unteren Äste von Büschen und Bäumen zurückzuziehen. Dort fanden sie nicht nur eine ungenutzte Nahrungsnische, sondern waren auch vor den am Boden lebenden Raubsäugern einigermaßen sicher. Dies war der erste Schritt zur Entwicklung der heutigen Halbaffen, Affen, Menschenaffen und des Menschen selbst.

Nicht alle typischen Körpermerkmale blieben bei allen Primatengruppen bis heute erhalten. Vor allem wurde in vielen Fällen der Schwanz stark zurück gebildet, weil er aufgrund spezieller Lebensweisen ohne Nutzen oder sogar hinderlich war, so beim bodenlebenden Drill (eine Pavianart) oder beim bedächtig kletternden Potto (ein Halbaffe). Auch sämtlichen Menschenaffen fehlt der Schwanz.

Stammt der Mensch vom Affen ab?

Charles Darwin veröffentlichte im Jahr 1859 sein Werk „Über den Ursprung der Arten durch natürliche Zuchtwahl“. Die Vorstellung, der Mensch habe sich aus „primitiven, behaarten Affen“ entwickelt, schlug damals ein wie eine Bombe. Denn dadurch wurde die bisherige, von der Kirche geprägte Weitanschauung völlig auf den Kopf gestellt. Nie hatte Darwin behauptet, der Mensch stamme vom Affen ab, wie ihm das immer wieder unterschoben wurde.

Seine „Evolutionstheorie“ besagte lediglich, dass der Mensch, die Menschenaffen und die geschwänzten Affen irgendwann in grauer Vorzeit einen gemeinsamen Vorfahren gehabt und sich dann auf separaten Wegen zur heutigen Form entwickelt haben.

Wie dieser Vorfahr ausgesehen haben mag, darüber herrschte zu Darwins Zeit noch keine klare Vorstellung. Fossile Belege einer derartigen Entwicklung fehlten fast vollständig, oder sie wurden nicht als solche unerkannt. Darum begann die Suche nach dem fehlenden Bindeglied zwischen Menschenaffen und Menschen, dem man den Namen „Pithecanthropus“ (Affenmensch) gab.

Der Affenmensch

„Den“ Pithecanthropus hat man zwar nie gefunden. Die Erforschung der menschlichen Stammesgeschichte hat aber zu einer Fülle von Fossilfunden aus nahezu allen Zeitabschnitten der Menschenaffen- und Menschwerdung geführt – und damit zu einem zuverlässigen Bild vom Gesamtverlauf unserer Entwicklungsgeschichte:

Während fossile Primaten erstmals vor rund 70 Millionen Jahren auftauchten, gehen die Wurzeln der Hominoiden bis auf etwa 34 Millionen Jahre zurück. Heute, 130 Jahre nach Darwin, bestätigen im übrigen nicht nur die vorhandenen Fossilien, sondern auch vergleichende Untersuchungen des Körperbaus, des Chromosomenbestands, der Blutzusammensetzung und des Verhaltens übereinstimmend, dass Darwins Erkenntnisse richtig waren.

Wir wissen inzwischen sogar, dass der verwandtschaftliche Abstand des Menschen zum Orang-Utan etwa doppelt so groß ist wie der zum Gorilla und zum Schimpansen.

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Markus Kappeler hat 1975/76 im tropischen Tiefland-Regenwald Westjavas (im Ujung-Kulon-Nationalpark) eine Studie über das Verhalten und die Ökologie des Silbergibbons unternommen. 1978 hat er zudem eine Erhebung über das Vorkommen und die Bestandsgröße des Silbergibbons auf der ganzen Insel Java durchgeführt. Die Arbeit ist die erste Freilandstudie über die Lebensweise des Silbergibbons.

Quelle der Fotos: pixabay

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