Herzlich Willkommen bei tierdach.de. tierlobby.de launched in 2000, refreshed in 2018. schließen

In zahlreichen verschiedenen Rassen ist der Javaneraffe, der auch Langschwanzmakak genannt wird, vom Golf von Bengalen aus über einen weiten Bereich der indomalayischen Inselwelt verbreitet. Auch in Münster lebten einige tausend dieser Vertreter – im Tierversuchslabor COVANCE.

Auf dieser Seite: ● Der KrabbenesserAffenbilderVon Inselwelten in HöllenlaborsAffenversuche

Der Krabbenesser

In natürlicher Umgebung nimmt der Javaneraffe (Macaca fascicularis) neben Früchten, Blättern und Sprossen auch die bei fast allen Affen übliche tierliche Beikost aus Kleinsäugern, Jungvögeln, Eidechsen, Fröschen und Insekten zu sich. Wegen seiner Vorliebe für Wasser und seiner ausgeprägten Schwimm- und Tauchkünste (er taucht mit offenen Augen) sind Krabben bei Javaneraffen eine beliebte Speise. Sein englischer Name ist dementsprechend auch: Crapeater. Javaneraffen werden als Einzelkinder geboren. Die Tiere können fast 40 Jahre alt werden.

Affenbilder

Von kaum einem anderen Tier wird es soviel Fotos, Videos und Dokumentations-Material aus Tierversuchs-Labors geben wie vom Javaneraffen. Verschiedensten Tierschützern und Organisationen wurde allerdings verboten, die Aufzeichnungen aus dem COVANCE-Labor zu veröffentlichen.

Von Inselwelten in Höllenlabors

Traurige Berühmtheit: „Versuchstier des Jahres“

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte hat den Javaneraffen erneut zum Versuchstier des Jahres 2005 gekürt. Die Wahl der in Südost-Asien beheimaten Tierart unterstreicht die Forderung des Verbandes nach einem gesetzlichen Verbot von Affenversuchen. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte kürt jedes Jahr ein „Versuchstier des Jahres“, um auf das Schicksal von Tieren einer bestimmten Art in Versuchslaboren aufmerksam zu machen. Aus Vorschlägen der Mitgliedsvereine des Bundesverbandes wurde jetzt der Javaneraffe zum zweiten Mal in Folge gewählt.

2004 war der Javaneraffe Symbol für den Covance-Skandal. Verdeckt gemachte Aufnahmen hatten unhaltbare Zustände in dem Münsteraner Auftragslabor zu Tage gefördert. Doch Affenversuche werden auch in mindestens 27 anderen deutschen Städten durchgeführt. Erst jüngst hatten die öffentlich gewordenen Experimente in Göttingen (Injektion von Zellen, die aus menschlichen embryonalen Stammzellen gezüchtet worden waren, in Gehirne von Affen) Empörung bei Politikern und Bürgern hervorgerufen und die Debatte über wissenschaftlichen Nutzen und Ethik entfacht.

1.983 Affen wurden nach offiziellen Angaben der Bundesregierung allein im Jahr 2003 in Versuchsreihen getötet. Javaneraffen gehören dabei zu den sehr häufig verwendeten Arten. Zunehmend setzt sich in Öffentlichkeit, Politik und Wissenschaft das Bewusstsein durch, dass Versuche an Affen wegen der großen Ähnlichkeiten zwischen diesen Tieren und dem Menschen hinsichtlich Sozialverhalten, emotionalen Bedürfnissen und geistigen Fähigkeiten als unethisch abzulehnen sind.

Das „Versuchstier des Jahres“ wurde erstmals im Jahr 2003 gekürt. Die Ernennung eines kleinen Fisches, der Goldorfe, hatte dann zu einem großartigen Erfolg geführt: Der behördlich vorgeschriebene Fischtest, bei dem jedes Jahr 40.000 bis 50.000 Fische in Abwassertests litten und starben, konnte durch eine tierversuchsfreie Testmethode ersetzt werden.

Affenversuche

Der Javaneraffe ist neben dem Rhesusaffen, Totenkopf- und Weißbüscheläffchen eine häufig in Tierversuchen verwendete Primatenart. Die aus Südostasien stammenden intelligenten, hoch sensiblen Tiere werden zum Beispiel im Bereich der neurologischen Grundlagenforschung eingesetzt. Dabei werden die bewegungsfreudigen Tiere oft stundenlang in Primatenstühlen festgeschraubt, während über zuvor einoperierte Elektroden elektrische Hirnstrommessungen erfolgen. Javaneraffen werden auch vielfach toxikologischen Experimenten unterworfen, bei denen sie systematisch mit Chemikalien oder anderen Substanzen vergiftet werden.

»Veranlasst, diese Affenart vorzuschlagen, haben uns die unlängst aufgedeckten, unhaltbaren Zustände in dem Auftragslabor Covance in Münster. Dort müssen insbesondere Javaneraffen das grausame Schicksal als Opfer qualvoller Versuche, schlechter Haltungsbedingungen, zusätzlicher Misshandlungen durch Pflegepersonal sowie einer beispiellosen Vertuschungspolitik seitens zuständiger Behörden und der Staatsanwaltschaft erleiden«, erklärt Cristeta Brause, Tierärztin und erste Vorsitzende der Menschen für Tierrechte Hessen.

Der Javaneraffe steht allerdings stellvertretend für alle in Experimenten „verbrauchten“ Primaten. „Auch wenn Affen uns in vieler Hinsicht ähnlich sind, vor allem was Bewusstsein und Fähigkeiten angeht, sind die Unterschiede doch so groß, dass eine Übertragung der Ergebnisse vom Tier auf den Menschen reine Spekulation sind. Unterschiede in Körperbau und -funktion bedingen, dass ein und dieselbe Substanz je nach Tierart völlig unterschiedliche Reaktionen hervorrufen kann“, weiß die Tierärztin.

Mehr über Tierversuche

top

Trigger-Warnung, schlimme Fotos! Quelle und Linktipp: tierrechte.de

Nachtrag: Nachdem zigtausende Menschen rund 10 Jahre lang immer wieder protestiert haben, werden zumindest in Münster diese Affenversuche eingestellt. Linktipp: Friedrich Mülln stoppt Experimente mit Affen in Tübingen

Bildnachweis: pixabay

Ähnliche Einträge