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Kein Zoo der Welt ist in der Lage, den Indri, diesen größten aller Halbaffen zu halten. Aber auch auf Madagaskar, wo sie einheimisch sind, ist es nicht sehr wahrscheinlich, Indris beobachten zu können.

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Bis auf einen schmalen Streifen an der Ostküste ist der größte Teil ihres Lebensraumes, des Regenwaldes, zerstört. Indris (Indri indri) gehören zu den am stärksten gefährdeten Tieren überhaupt. Auch wenn Sie Glück haben und auf Indris treffen, ist es wahrscheinlicher, dass Sie ihre Stimmen hören als dass Sie sie hoch in den Bäumen sehen. Ihre Stimmen gehören zu den lautesten im Tierreich.

Indris haben sehr große Ohren, lange Hände und einen sehr kurzen Schwanz. Fast alle anderen Halbaffen haben eher lange Schwänze. Indris gehören auch zu den wenigen Halbaffenarten, die am Tage aktiv sind; die meisten anderen Halbaffenarten sind nächtlich lebende Tiere.

Jede Indri-Gruppe besetzt ein etwa 15 bis 30 ha großes Waldstück, in welchem sie sämtliche Winkel kennt und darum immer genau Bescheid weiß, wo gerade schmackhafte Früchte, Blüten oder Blattknospen zu finden sind.

Familienleben

Indris leben in Familiengruppen und benutzen ihre Stimmen, um ihr Familienterritorium zu markieren. Die Jungen kommen als Einzelkinder auf die Welt und bleiben lange in den Familien, auch wenn schon wieder jüngere Geschwister da sind. Indris ähneln in all diesen Verhaltensweisen sehr den Gibbons.

Warum sind Indris so bedroht?

Der größte Teil ihres Lebensraumes ist mittlerweile zerstört und Indris sind nicht in der Lage, sich an andere Lebensräume als den Regenwald anzupassen. Die Zerstörung wurde verursacht durch die steigende Zahl menschlicher Bewohner und ihrem Bedürfnis nach immer mehr Land(wirtschaft). Reis ist das Grundnahrungsmittel auf der Insel. Madagaskar ist ein sehr armes Land und die Methoden des Reisanbaus sind nicht sehr effizient. Naturschutzorganisationen haben daher zusammen mit der Regierung einen Masterplan ausgearbeitet, der den Reisanbau effektiver machen soll, in der Hoffnung, dass keine weiteren Flächen des Regenwaldes geopfert werden.

Mehr Lebensraum

Quellennachweis: © NatureCom

„Babakoto“ wird der Indri von den Madagassen genannt

Der Indri spielt eine wichtige Rolle in der Mythologie der Bewohner von Madagaskar. Früher wurde er als heiliges Tier angesehen. Die Menschen glaubten, dass Verstorbene als Indris wiedergeboren werden.

Babakoto – „Vater von Koto“. Laut der Geschichte kehrten eines Tages weder der Junge Koto noch sein Vater vom Honigsammeln ins Dorf zurück. Während der Suche nach ihnen stießen die Dorfbewohner auf zwei Indris – einen alten und einen Jungen in den Baumgipfeln. Beide Honigsammler hatten sich wohl in Indris verwandelt. Seitdem werden diese weder getötet noch gegessen. Für Madagassen sind sie fady (tabu)! Quelle: Thomas Schlüter

Eine andere Sage, die von dem Zoologen David Attenborough niedergeschrieben wurde, erzählt von einer Frau, die viele Kinder gebar. Als sie erwachsen wurden, begannen einige damit, den Boden zu kultivieren und Reis anzupflanzen. Andere lebten weiter von Blättern und Wurzeln wilder Pflanzen. Nach einer Weile gerieten die Angehörigen der ersten Gruppe untereinander in Streit und begannen, sich zu bekämpfen. Dies waren die Urahnen der Menschen. Die Angehörigen der anderen Gruppe waren dadurch so verschreckt, dass sie sich in die Baumwipfel zurückzogen, um dort in Frieden zu leben. Dies waren die ersten Indris.

Tierliche Musiker

Sie können Indri Konzerte auf einer CD hören. Neben authentischen Klängen enthält sie auch Informationen über Madagaskar: Audio CD „Abenteuer Regenwald – Madagaskar“

Bei Tagesanbruch und nochmals gegen Abend äußert das erwachsene Indri-Paar einen weithin hörbaren Gesang. Dieser besteht aus richtigen „Strophen“, das heißt festgelegten Lautfolgen, welche mehrfach wiederholt werden. Dabei geht ein anfängliches Bellen in ein nach menschlichen Schmerzenslauten und Hundeheulen klingendes Geschrei über.

Benachbarte Gruppen übernehmen gewöhnlich diese Rufe, so dass schließlich der ganze Wald von den eindrucksvollen Indri-Gesängen erfüllt ist. Allen Artgenossen in der Umgebung wird so unüberhörbar klargemacht, welche Waldstücke bereits vergeben sind und wo ein „Betreten des Geländes“ nicht geduldet wird.

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Quelle und Linktipp: Zoologieseiten von Markus Kappeler

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