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Igel gehören zur Familie Erinaceidae, deren Vertreter überall in Europa, Afrika und Asien vorkommen.

Diese Gruppe umfasst 17 Arten. Die meisten haben Stacheln, während andere, wie die Haarigel oder die Gymnuren Südostasiens, ein Körperkleid aus grobem Haar besitzen.

Auf dieser Seite: ● Fortpflanzung ● Nahrung ● WinterruheNur namensverwandtDas StachelkleidGeschichten, Sagen, Legenden, MärchenRatespielGefahren für den IgelErste HilfeLinktipps

Fortpflanzung

Igel sind einzelgängerische Tiere. Die Bewohner trockener Gegenden vermehren sich nur 1x jährlich.

In den gemäßigten Zonen kommen regelmäßig 2 Würfe vor. In den Tropen, wo die Verfügbarkeit von Nahrung und das Wetter leicht vorhersagbar sind, können Igel sich während des ganzen Jahres fortpflanzen.

Nahrung

Igel haben einen sehr hohen Energiebedarf. Aktive Igel sind ständig auf der Suche nach Nahrung. Während des Beutezugs einer einzigen Nacht können sie mehr als 3 km zurücklegen.

Am liebsten fressen sie Regenwürmer. Igel verachten die meisten Wirbellosen als Kost nicht und ernähren sich auch von Samen und Früchten. Ihr Appetit auf Schnecken und Maikäfer macht sie oft zum Verbündeten der Gärtner, der sie gerne anlockt, um „Schädlings“-Bekämpfung zu betreiben.

„Winterruhe“

Um mit teilweise ungünstigen Lebensbedingungen (Nahrungsmangel und extreme Temperaturen) zurechtzukommen, haben zahlreiche Arten die Fähigkeit entwickelt, eine Ruhepause (Starre oder Überwinterung) einzulegen.

In diesen Zeiten sinkt die Körpertemperatur beinahe auf das Niveau der umgebenden Luft (wird aber nicht niedriger als ca. +4° C).

Auch der Sauerstoffbedarf kann vom normalen Niveau von 500 Mililiter pro kg und h auf nur 10 Mililiter zurückgehen.

Die Tiere können dann länger von weniger Reserven überleben.

Die „Überwinterung“ ist keine Eigenheit der Art, sondern wird von den Umweltbedingungen ausgelöst. Tropische Igel überwintern nicht. Werden sie jedoch Nahrungsknappheit oder niedrigen Temperaturen ausgesetzt, „überwintern“ auch sie.

Nur namensverwandt

Igelfisch

(auch Kugelfisch; Diodon hysterix) ist ein stacheliger Fisch.

Er hat einen schnabelförmigen Kiefer und kann sich durch Aufnahme von Wasser oder Luft in den Magen kugelig aufblasen kann, wie Mrs. Puff bei Spongebob.

Seeigel

(Stachelhäuter; Echinoideen) haben einen kugeligen Körper.

Sie sind von einer kalkigen Schale umschlossen. Sie leben meist in Küstenregionen; die meisten sind Räuber, andere ernähen sich von Tangen. Zu ihnen gehört z.B. auch der Lederigel und der Herzigel.

Igelkaktus

(Echinocactus) ist eine Pflanze.

Sie hat einen seeigel- bis säulenförmigen Stamm sowie Höckerreihen und ist mit Stacheln besetzt.

noch mehr Pflanzen

Igelkolben (schilfähnliche Uferpflanze)
Igelsame (Klettenkraut, vergissmeinnicht-artig)
Igelschwamm (Stachelpilz)

Das Stachelkleid

schützend, schön und schmerzhaft

Die Stachelhülle besteht bei einem erwachsenen Tier aus bis zu 5.000 nadelspitzen Stacheln, die 2-3 cm lang sind.

Die „Stacheln“ sind umgewandelte Haare. Jeder dieser Stacheln ist mit Luftkammern und Verstärkungsgraten ausgestattet.

Die Stacheln bedecken die gesamte Rückenfläche. Der Bauch ist von einer derben Haut bedeckt, aus dem grobhaariges Fell wächst.

Bei einer Bedrohung richten sich die Stacheln kreuz und quer auf und stützen einander.

So bilden sie ein hervorragendes Verteidigungssystem. Zusätzlich können sich Igel schützen, indem sie sich zu einem dichten Ball zusammenrollen und dadurch die weichen Bereiche verbergen.

Räuber machen selten den Versuch, diese Super-Verteidiger anzugreifen.

Dafür haben sie andere Feinde, denen sie oft hilflos ausgeliefert sind: Zecken machen ihnen das Leben schwer.

Geschichten, Sagen, Legenden, Märchen

  • Hase und Igel

Das plattdeutsche Märchen, überliefert durch die Brüder Grimm, gehört zu den weitverbreitensten moralischen Lesebucherzählungen.

  • Das Paradoxon hinter der Geschichte: „Langsamer ist schneller als schnell“.
  • Und die Moral von der Geschicht: Verachte den Geringeren nicht.
  • Außerdem: „Vertrödle nicht Deine Zeit“.

Der Igel darf also zu jenen kleinen Tieren dazugezählt werden, die den Größeren und Stärkeren die Stirn bieten. Hierzu fällt mir das I-Ging „Des Kleinen Zähmungskraft“ ein, das meine Mutter in Farben und Formen umgesetzt, mir gewidmet hat und leider noch in voller Schönheit auf Teneriffa ist. In seiner politischen Fabel „Der Igel“ lässt Conrad Pfeffel einen Igel dem herrischen Löwen trotzen: „Verschlingen kannst du mich; jedoch verdauen nicht.“

  • Die Stachelmaus

Laut einer katalanischen Geschichte lebten einst Katzen und Mäuse friedlich nebeneinander. Eines Tages ging die Katze zum Scherenschleifer und ließ Krallen und Zähne schärfen. Der schutzlose Igel hat sich eine Gegenmaßnahme einfallen lassen: In einer Pechschmelzerei wälzte er sich in flüssigem Harz, dann im Gebüsch an stacheligen Pflanzen. Seitdem konnte die Katze ihm nichts mehr antun.

  • Stachelkleid von Schlangen-Hexerei?

Einem Märchen nach hatten Igel früher keine Stacheln, sondern schönes feines Haar.

Eine Kreuzotter war so erbost über die ihr entgangene Beute, wurde zudem noch aufs äußerste gereizt (erinnere eine Schlange nie daran, dass sie keine Beine hat, vergleiche sie nie mit Würmern und mache sie nicht neidisch auf Deine Federn, Fell oder Haare), dass sie den Tieren Stacheln anhexte.

Dies stellte sich im nachhinein allerdings für den Igel als großes Glück und für die Schlange als Todesurteil dar.

  • Das Heckenschwein

Im englischen heißt der Igel „hedgehog“. Die alten Bestiarien erzählen, das Tier sehe aus wie ein Ferkelchen, sei jedoch ganz mit Stacheln bedeckt. Im Herbst gehe es in den Weinberg, schneide sich Trauben ab, so dass sie zu Boden fallen und wälze sich darin, um sie aufzuspießen und seinen Jungen nach Hause bringen zu können.

Ratespiel

Ein paar Fragen zu Igeln. Testen Sie Ihr Wissen!
Das Igel-Ratespiel ist mit der Frage 8 beendet. Maximale Punktzahl: 800

Quelle: z.T. „Biologie in Zahlen“, Gustav Fischer Verlag. Programmierung Flash: match moschus. Idee, Gestaltung und Umsetzung: tierdach 2003

Gefahren für den Igel

Für Igel lauern überall Gefahren – machen Sie es ihnen nicht noch schwerer, als es ohnehin für sie ist. Helfen Sie Igeln, indem Sie darauf achten, ihn nicht zu stören und ihm Unterschlupf zu bieten. Keine gefährlichen Gegenstände herumliegen lassen! Gefahrenquellen abdecken und/oder Fluchtmöglichkeiten bieten.

Die häufigsten Gefahren für die kleinen Stachelpelzer

  • vom Auto überfahren werden
  • vom Rasenmäher erwischt werden
  • vom Laubsauger geschluckt werden
  • Mäuse- und Rattenfallen
  • in Swimmingpool oder Gartenteich ertrinken
  • in ungeschützte Kellerschächte fallen und eingesperrt sein
  • Verletzungen durch Netze, Glassplitter, leere Getränkedosen
  • keine Quartier-Möglichkeiten (fehlendes Feldgehölz, Laub, Reisighaufen)
  • Vernichtung des Unterschlupfs (Komposthaufen umschichten, Abbrennen von Reisig)
  • Vergiftung durch Insektizide über Nahrungsaufnahme von z.B. vergifteten Schnecken
  • willkürliche Misshandlungen und Tierquälereien
  • von Hunden gebissen werden

Erste Hilfe

Bei Fund eines hilfsbedürftigen Igels ist oft Eile geboten!

Fünf Punkte sollten Sie beachten

  1. Wärme: Wärmflasche mit handwarmem Wasser – kein Heizkissen
  2. Wasser; keine Milch!
  3. Futter: Hunde– oder Katzenfutter aus Dosen
  4. Rat einholen: Igelschutzvereine, Igelpfleger, Tierärzte
  5. Mit verletzten Tieren sofort zum Tierarzt

Linktipps

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Quelle Bilder: pixabay

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