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Gänse sind berühmt, leider als Daunenlieferanten und Weihnachtsbraten.

Auf dieser Seite: ● Sagenhafte GänseSchutzprojekte – Fliegen mit VögelnAmy und die WildgänseGänsehaltung früherDaunenGedicht: Ein TraumJacken und Betten, Produkte aus TierqualMaschinelle Federnrupfung

Fünf Gänsearten kommen in größeren Beständen, vor allem im Winter, bei uns vor: die Blässgans, die Saatgans, die Graugans, die Ringelgans und die Nonnengans.

Zwerggänse und Rothalsgänse tauchen nur selten in den großen Blässganstrupps auf, sie überwintern normalerweise weiter südöstlich. Daneben tauchen gelegentlich auch richtige Exoten auf, bei denen es sich meist um Gefangenschaftsflüchtlinge handelt.

Dazu zählen beispielsweise die Rostgans, die Hawaigans, die Kaisergans, die Schneegans und die Streifengans.

Die drei bei uns auftretenden Schwäne sind Singschwan, Zwergschwan und Höckerschwan. Der schwarze Trauerschwan kommt nur in Parkanlagen vor. Er wurde aus Neuseeland eingeführt.

Rekorde

Einige Daten aus dem Buch „Biologie in Zahlen“:

  • Höchstalter: 31 Jahre
    (Einzelwert aus Zoo- und Haushaltung): 50 Jahre
  • Maximale Flug-Geschwindigkeit: 91 km/h
  • Körpertemperatur: 40,7° Celsius

Sprachgebrauch

  • dumme Gans (Quatsch!)
  • im Gänsemarsch (süß!)
  • Gänsewein trinken (Wasser)

Sagenhafte Gänse

  • Errettung der Stadt Rom durch die Gänse

Der römische Historiker Livius weiß folgende Geschichte zu erzählen: Als die Gallier nachts klammheimlich das Kapitol erklommen, merkte die müde Mannschaft nichts, auch die Hunde gaben keinen Laut, aber die Gänse erhoben ein Geschnatter, flappten mit den Flügeln und weckten die Wachen.

  • Gänse liebten Menschen

Auch Plinius hielt die Gans (Anser) für ein kluges und dem Menschen zugetanes Geflügel: In Aegium sei eine Gans in Liebe zu dem schönen Knaben Amphilochus entbrannt. Eine andere sei in die Harfenspielerin des Königs Ptolemäus verliebt gewesen. Dem Philosophen Lacydes sei eine Gans weder auf der Straße noch in den Bädern, bei Tage nicht noch bei Nacht von der Seite gewichen. Folglich hätten diese Vögel wohl einen gewissen Verstand.

  • Gänse in Märchen

In vielen Märchen spielt die Gans eine wichtige Rolle, so z.B. in dem Märchen „Die goldene Gans“, mit dessen Hilfe ein verspotteter aber lieber „Dummling“ eine Prinzessin zur Braut bekommt oder in der Fabel vom goldenen Gänseei. In letzterem hatte ein Mann eine Gans, die goldene Eier legen konnte. Anstatt sich damit zufriedenzugeben und glücklich zu sein, wollte er dem Geheimnis auf die Spur kommen und schlitzte den Wundervogel auf. Pech vor allem für die Gans, aber auch für den Mann. Er fand nichts besonderes und hatte seitdem keine „Goldquelle“ mehr.

  • Finnische Gänsemünze

FINNLAND 1967: 10 MARKKAA, Wildgänse

„Weil die Laihianer ungern Geld aus der Hand geben, ist die Laihia-Mark im Gebrauch oval langgezogen worden. ‚Die Mark langziehen‘ ist eine Umschreibung für ‚Sparen‘ im Finnischen. Die Euro-Münzen sind vorerst noch zu frisch, als dass es schon Laihia-Euros geben könnte.“ Quelle: www.schneeland.com

Schutzprojekte – Fliegen mit Vögeln

Aktion Zwerggans: Ursprünglich sind Zwerggänse in den eurasischen Tundren von Skandinavien bis Ostasien beheimatet. 1950 schätzten Forscher den Bestand in Skandinavien auf 10.000 Vögel, heute leben dort nur noch rund 300 Exemplare mit 30 bis 50 Brutpaaren. Hauptursache für den drastischen Rückgang ist die Jagd. Nun sind die Tiere akut vom Aussterben bedroht.

Verschiedene nationale und internationale Schutzmassnahmen haben ihren Rückgang nicht aufhalten können. Um die selten gewordene Zwerggans vor dem Aussterben zu retten, stellte sich die Strassburger Staatenorganisation bereitwillig als Forum für das ambitionierte Projekt „Aktion Zwerggans“ zur Verfügung. In der Demokratie- und Menschenrechtsorganisation, die sich auch stark für den Naturschutz engagiert, wurde der aufsehenerregende Flug von einem Ultraleichtflugzeug gezeigt, das im Herbst 1999 eine Schar von 30 Zwerggänsen, in typischer V-Formation fliegend, von Öster Malma (Schweden) nach Xanten am Niederrhein geleitete.

Die ungewöhnliche Aktion war der Nachweis für die Durchführbarkeit eines Artenschutzprojekts, das von Paola und Christian Moullec zusammen mit einem Team durchgeführt wurde. Die französischen Vogelschützer hatten Zwerggänse aufgezogen und auf sich und ihr Ultraleichtflugzeug geprägt.

Mit Hilfe des Flugzeuges konnten die jungen Gänse dann von Schweden über eine sichere Zugroute in ein geschütztes Winterquartier auf der Bislicher Insel am Niederrhein geführt werden. Drei Viertel der Summe für dieses außergewöhnliche Artenschutzprojekt müsse noch beschafft werden, damit die letzten dieser herrlichen Wasservögel auf ihrem Flug in die Winterquartiere nicht doch irgendwo zwischen Nordschweden und China in einem Kochtopf landen. Quelle: TVG Saar NL / nzz, 19.10.02

Filmstars: Amy und die Wildgänse

Ein wunderbarer Film zum Lachen, Staunen und Träumen

Als die dreizehnjährige Amy Alden (Anna Paquin) nach einem schlimmen Autounfall, bei dem sie ihre Mutter verloren hat, fortan bei ihrem ihr nahezu unbekannten Vater verbringen muss, beginnt für alle eine schwere Zeit. Eines Tages wird Amy durch ein lautes Geräusch geweckt. Waldarbeiter fällen Bäume, das Naturgebiet ist in Gefahr. Als sie durch den Wald stromert, findet sie ein verlassenes Nest mit Gänseeiern.

Amy sammelt die Eier ein, bringt sie nach Hause und baut in einer Schublade eine Art Brutkasten. Dort pflegt und hätschelt sie die Eier, gibt ihnen Wärme durch eine Lampe und wartet, bis sie aufbrechen und die Küken schlüpfen. Da Gänse zeitlebens von dem Lebewesen geprägt werden, das sie zuerst erblicken, entwickelt sich Amy für die putzigen Flauschbällchen zum Mutterersatz. Zum ersten Mal seit dem Tod der Mutter scheint Amy glücklich zu sein, hat sie doch endlich eine Aufgabe. Sie muss ihnen alles beibringen: fressen, schwimmen und schließlich sogar fliegen! Die Zeit vergeht, und die Gänslein wachsen in der rustikalen Umgebung unter der liebevollen Fürsorge und Pflege heran.

Vor dem Happy End haben alle noch einige Abenteuer zu bestehen. Schließlich dürfen die Gänse aber, wie es ihrer Natur entspricht, in wärmere Gefilde ziehen, unter der Anleitung von Amy. Sie bringt ihnen quasi das Fliegen bei und ihr Dad tüftelt die ungefährlichste Route aus und sucht den geeignetsten Platz. Während ihrem tagelangen Flug mit ihrem Spezialfluggerät wird Amy zum Star, nicht nur für ihre „Kinder“ sondern für eine gesamte Nation und alle Tierschützer. Mehr Infos und Filmausschnitte über diesen ganz besonderen Film bei Columbiatristar.

Gänsehaltung früher

In früheren Kulturen wurden Gänse als Opfertiere und Fleischlieferanten gehalten.

Die Federn wurden für Schreibzwecke eingesetzt und die Daunen für Kissen und Decken.

Im 20. Jahrhundert kam durch die Industrialisierung Schreibzeug auf, das die Gänsekiele ersetzte. Auch als Stopfmaterialien für Kissen und Decken wurden immer mehr künstliche Produkte eingesetzt. (Gänse in der Alten Fasanerie. Das Foto entstand am 2. September 2004 in der „Alten Fasanerie“ Erlebnis Wildpark in Klein-Auheim bei Hanau.)

Theodor Fontane in den Erinnerungen seiner Kindheit

„… waren, kurz vor Martini, die Gänse zu diesem Zweck in genügender Zahl zusammengetrieben und auf dem Hofe, wo nun ein entsetzliches Schnattern uns eine Woche lang um unsere Nachtruhe brachte, zu letzter Auffütterung eingepfercht, so wurde auch schon der Beginn der Festlichkeit festgesetzt. […] Nächst der Tür in einem Halbkreise standen die fünf Schlachtpriesterinnen, jede mit einer Gans zwischen den Knien, und sangen, während sie mit einem spitzen Küchenmesser die Schädeldecke des armen Tieres durchbohrten (eine Prozedur, die mir nie klargeworden ist), allerlei Volkslieder, deren Text in einem merkwürdigen Gegensatz sowohl zu dem mörderischen Akt wie zu der Trauermelodie stand.“

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Daunen

Als Wasservögel besitzen Gänse und Enten im Brustbereich besonders flaumige Federn.

Diese schützen die Tiere – neben der Unterhautfettschicht – vor Kälte. Für die weichen Daunendecken der Menschen werden junge Gänse bis zu dreimal lebendig (ohne Betäubung) gerupft. Gnadenlos wird ihr Schreien und Wehklagen überhört. Herr Keller vom Dachverband der Bettwarenfabriken gibt zu: 90 Prozent der eingeführten Federn sind Tierquälerprodukte. In Deutschland werden übrigens die meisten Gänse lebend maschinell gerupft.

Leseprobe aus einem Gedicht von Heinz Erhardt

Ein Traum

Ich schlaf nicht gern auf weichen Daunen;
denn statt des Märchenwaldes Raunen
hör ich im Traume all die kleinen
gerupften Gänschen bitter weinen.
Sie kommen an mein Bett und stöhnen
und klappern frierend mit den Zähnen,
und dieses Klappern klingt so schaurig …
Wenn ich erwache, bin ich traurig.

Jacken und Betten, Produkte aus Tierqual

Dass Daunenjacken der Makel eines tierquälerischen Produktes anhaftet, ist den wenigsten Verbrauchern bekannt.

Die in Daunenjacken verarbeiteten Federn stammen zu etwa 95 Prozent aus osteuropäischen Staaten. Sie werden von Gänsen und Enten gewonnen, die dort auf großen Farmen zu Mastzwecken gehalten werden.

„Eine tiergerechte Form des Lebendrupfens gibt es nicht“ stellt Sigle in der Pressemitteilung vom 10. Dezember 1999 fest. Der Bund gegen Missbrauch der Tiere fordert deshalb ein Verbot der Daunengewinnung vom lebenden Tier. Bis dieses Verbot greift, sollten alle Daunenprodukte nach ihrer Gewinnungsart gekennzeichnet werden.

Der Verband weist auf Alternativprodukte aus Baumwolle, Hanf, Leinen oder moderne Kunstfasern hin, die sich selbst bei Extremsportlern und Wissenschaftlern, die sich in den kältesten Regionen dieser Welt aufhalten, bewährt haben.

Maschinelle Federnrupfung

Zur Daunengewinnung werden die Tiere bis zu dreimal im Abstand von 7 Wochen gerupft, d. h. ihnen werden bei lebendigem Leibe die Federn ausgerissen.

Für die Tiere ist dieser Vorgang besonders belastend, da das Raufen im Akkord geschieht und auf die Unversehrtheit der Tiere nur wenig Rücksicht genommen wird. Nachdem die Tiere gefangen worden sind, werden ihnen Beine und Flügel zusammengebunden. Dann werden ihnen entweder per Hand oder maschinell die Federn ausgerissen. Lediglich die Schwanz- und Rückenfedern, sowie die festen Federn an den Flügeln werden ihnen gelassen. (Bild Rupfmaschine: Bundesverband Tierbefreier)

Beim Ausreißen der Federkiele kommt es immer wieder zu blutigen Verletzungen der Haut, auch Bein- und Flügelbrüche sind an der Tagesordnung. Zahlreiche Tiere sterben an ihren Verletzungen oder aufgrund des erlittenen Schocks. Für diejenigen Gänse, die die Tortur des Federrupfens lebendig überstanden haben, endet das Leben kopfüber an einem Laufband hängend, an dessen Ende ihnen die Kehle durchgeschnitten wird.

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Bilder wenn nicht anders genannt: pixabay

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